subjektiv – objektiv
Viele von Gadligers Fotografien entstehen in Städten. Das Stadtleben fesselt schon den jungen Fotografen. Ob in Basel oder Buenos Aires, Riehen oder Rijeka, Zürich oder Zadar, meist sind es kleine Szenen am Strassenrand, Skurrilitäten des Alltags, zufällige Begegnungen unterwegs, denen sein Augenmerk gilt: Momentaufnahmen einer mitunter wunderlichen Gegenwart, die er mit der Kamera festhält. Er geht gerne dem scheinbar Unscheinbaren nach, dem Nebensächlichen. Im Alltäglichen wird er fündig. Im Sucher hat er zufällige Begegnungen und Strassenszenen, deren Witz sich oft erst auf den zweiten Blick erschliesst.
Die zweite grosse Leidenschaft des Fotografen gilt dem Porträtieren von Künstlerinnen und Künstlern. Von 1975 bis heute sind Hunderte von Porträts entstanden, darunter auch Bilder vieler bekannter Persönlichkeiten wie Arnold Kübler, Roman Signer, Flor Garduño, Hanny Fries, Hugo Loetscher, Dieter Roth. Gadligers Künstlerporträts sind keine Schnappschüsse, sondern behutsame Annäherungen an das Gegenüber. Oft sind es Bildfolgen, die kleine Geschichten erzählen, neugierig machen auf die Dargestellten, eine Begegnung dokumentieren.
Preise und Verfügbarkeit der Fotografien auf Anfrage.
Künstlerporträts nehmen in Gadligers fotografischem Schaffen über all die Jahre viel Raum ein. Schon als junger Fotograf beginnt er, Künstlerinnen und Künstler aus seinem Freundeskreis zu porträtieren. Guido Magnaguagno schreibt dazu im Vorwort zum Band «Im Atelier und unterwegs – Künstlerporträts»: Nie hat man das Gefühl, er hätte sich auf die Suche gemacht, vor verschlossenen Ateliertüren gewartet, im Gegenteil: Er bewegt sich einfach in seiner Welt, die die Welt der Porträtierten ist. Unter seinesgleichen. Respekt ein bisschen, Ehrfurcht keine. Er kennt sich aus, ist ein Teil vom Ganzen, ein Copain, ein Freund oder mindestens ein Kollege. Falls es das Gegenbild zum Paparazzo braucht – hier liegt es vor.
Als Hommage zum 75. Geburtstag des Fotografen zeigte die Zentralbibliothek Zürich im Juni 2025 eine Tonbildschau mit Künstlerporträts von Werner Gadliger und Musik von Alan Spiljak.
Auf Youtube ansehen:
Tonbildschau, Dauer 18:06 min.
Die zweitgrösste Stadt Frankreichs ist gleichzeitig die älteste Stadt des Landes. Massalia war in der Antike unter den Griechen und den Römern ein wichtiger Handelsstützpunkt. Bis heute wird Marseille als Tor zum Mittelmeer durch Einwanderer geprägt, nicht zuletzt durch Bewohnerinnen und Bewohner der ehemaligen französischen Kolonien in Afrika.
Ab dem Jahr Zweitausend nimmt Werner Gadliger an über zwanzig Einzelausstellungen und ebenso vielen Gruppenausstellungen teil. Davor sind seine Arbeiten in fünfundsechzig Einzel- und neunundvierzig Gruppenausstellungen zu sehen.
Gadliger bei der Auer Ory Photo Foundation
Im Herbst 2024 widmet die renommierte Fondation Auer Ory pour la photographie in Hermance bei Genf dem Fotografen eine Einzelausstelllung, 5. September bis 30. Oktober 2024.
Ausstellungs-Rundgang auf YouTube
Beitrag auf arttv.ch Kulturfernsehen im Netz
Einladungskarte und Buch zur Ausstellung:
Werner Gadliger - Carnet n°39
Collection Fondation Auer Ory pour la Photographie
64 Seiten / 61 sw- und Farbaufnahmen
Preis: 24 CHF
Texte von Alexandre Fiette und Michèle Auer Ory